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Spezial: Das City-Hochhaus im Bergkamener Rathausviertel


Hätte so die Zukunft des Hochhauses im Bergkamener Rathausviertel aussehen können?


City-Hochhaus von Westen                                                   Sprengung Hochhaus

Wegen der Nähe der anderen Bebauung war eine Sprengung nicht möglich. Der Abriss musste etagenweise von oben her erfolgen.

Einige Fakten zur Vergangenheit und zum gegenwärtigen Stand:

  • Nach der Stadtgründung im Jahr 1966 wurde eine Stadtmitte für die neue Stadt geplant. Dazu gehörte das Rathaus mit Busbahnhof und westlich davon der Zentrumsplatz mit Ärztehaus sowie die sog. "City", ein Komplex mit großen Einzelhandelsflächen - die heutigen Turm-Arkaden - mit Parkhaus und mit Eigentums- und Mietwohnungen. Die City wurde 1974 fertig gestellt. Bauherr und Eigentümer war ein privater geschlossener Immobilienfond.
    Das City-Hochhaus, häufig auch als "Wohnturm" bezeichnet, war als Wahrzeichen und Wiedererkennungspunkt (in der Stadtplanerpoesie: "städtebauliche Dominante") innerhalb der neuen Stadtmitte gedacht.
  • Das Gebäude war mit 63 Meter Höhe über Straßenniveau das höchste Bauwerk der Stadt. Auf 15 Etagen - überragt von einer Technik-Etage - waren insgesamt 150 Wohnungen enthalten. Der Wohnteil stand wie ein Pilz auf einem mehrere Stockwerke hohen Betonsockel, der eine Grundfläche von lediglich 156 qm aufwies.
  • Das City-Hochhaus war eine eigene Eigentümergemeinschaft innerhalb der großen Eigentümergemeinschaft "City" zu der die Einzelhandelsflächen der Turm-Arkaden sowie die 60 Wohnungseigentümer an der Töddinghauser Straße gehören.
  • Seit Anfang November 2000 standen alle 150 Wohnungen des City-Hochhauses komplett leer. Die Bauaufsicht der Stadt Bergkamen hatte das Gebäude für unbewohnbar erklärt. Die Wohnungen waren im damaligen Zustand nicht vermietbar. Das Gebäude war in einem baulich ausgesprochen schlechtem Zustand.
    Mit dem Auszug der letzten Mieter war als positive Folge zugleich auch ein an dieser Stelle deutlich erkennbarer sozialer Brennpunkt verschwunden.
    Geblieben war aber der optisch bedrohlich wirkende Anblick des dunkelbraunen Klotzes und das damit verbundene Negativimage für das Bergkamener Rathausumfeld und letztlich für ganz Bergkamen.
  • Ebenso wie der Komplex der Turm-Arkaden stand auch das City-Hochhaus nicht im Eigentum der Stadt Bergkamen, sondern gehört einem Privaten.
    Eigentümer war ursprünglich ein geschlossener Immobilienfond, danach die Mannheimer Immobilienfirma "HIG Schmick & Zlotecki OHG", die einen Teil der 150 Wohnungen in den 90er-Jahren an einzelne Privatanleger verkauft hatte. Rechtsanwalt Bernd Bessel-Lorck aus Köln, damals Eigentümer der benachbarten Turm-Arkaden, war es bis September 2006 durch Rückkauf der Wohnungen gelungen, i.w. alleiniger Eigentümer des City-Hochhauses zu werden.
  • Im August 2004 hatte der bekannte Aktionskünstler HA Schult die Idee für ein gigantisches Kunstprojekt präsentiert: Die Umwandlung des Bergkamener City-Turms in die größte Skulptur Deutschlands durch Verkleidung des gesamten Turms mit vielen kleinen bunten Schreberhäuschenbilder, sozusagen ein vertikaler riesiger Schrebergarten, genannt "Das Glück".
    Im Juli 2005 hat HA Schult dann mit Zustimmung des Eigentümers die ersten zehn "Schreberhäuschen" am Turm angebracht. Die Finanzierung erfolgte über Mittel aus der Landesinitiative "Ab in die Mitte" sowie private Sponsoren. Die zur Finanzierung der Gesamtverkleidung des Turms erforderlichen Sponsoren sind aber nicht gefunden worden.
    Aus Sicherheitsgründen mussten die Bilder im März 2011 entfernt werden.
  • Solange RA Bessel-Lorck Eigentümer war, lehnte er einen Komplett-Abriss (in der Stadtplanerpoesie "selektiver Rückbau auf Bodenniveau" bzw. "Vertikal-Entsiegelung") ab, sondern stellte sich als Lösung eine vollständige Sanierung mit neuer Fassade und mit neuer Nutzung (Altenwohnungen, Pflegeheim, Büros, Dienstleistungen, Hotel o.a.) vor.
  • Im September 2006 hatten der Eigentümer Bernd Bessel-Lorck und der Architekt Markus Hanrath vom Kölner Büro Wilkin&Hanrath neue Pläne zur Umgestaltung des Hochhauses für eine moderne Mietwohnungsnutzung vorgestellt, mit einer neuen Aussenfassade ("Solar-Tower"), neuem Eingangsbereich und komplett renovierten und vergrößerten Wohnungen.
  • Zu einer Realisierung dieser oder vergleichbarer Pläne durch den Eigentümer ist es allerdings nie gekommen.
Die Zukunft des City-Hochhauses sollte also weder so:                                                                 noch so aussehen:

City-Hochhaus HA Schult Plan HA Schult                         City-Hochhaus Umbauplan 2006 Plan Wilkin&Hanrath


Eine komplett neue Situation ergab sich Ende 2011:

Am 23.12.2011 kaufte die Firma CharterHaus Real Estate GmbH die Turm-Arkaden, die mit zusätzlichen Einzelhandelsangeboten zu der "BergGalerie Bergkamen" umgestaltet werden sollen. Zugleich erwarb CharterHaus eine bindende Kaufoption für das City-Hochhaus. Die Realteilung der drei Eigentümergemeinschaften im Rahmen der Gesamteigentümergemeinschaft "City" und die grundbuchliche Eintragung sind nach schwierigen bürokratischen Hürden 2013 vollzogen worden.
Gemeinsames Ziel von CharterHaus und Stadt war der Abriss des Hochhauses, da er nach Einschätzung der CharterHaus-Projektentwicklerin Brigitte van der Jagt-Buitink für eine Sanierung zu marode war und nach Einschätzung der Stadt in seiner damaligen Form eine optische Belastung und Negativprägung für Bergkamen bedeutete.


Vor dem Abriss hatte die Kulturabteilung der Metropole Ruhr noch ein großes Lichtkunst-Event an und mit dem City-Turm geplant - ohne Kostenbeteiligung der Stadt.

Lichtaktion City-Turm 10/2013

Dies fand als ein überregional bedeutsames Kunstevent am 18. und 19. Oktober und dann im Rahmen des Lichtermarktes am 25. Oktober und noch einmal am 26. Oktober 2013 statt:
Eine künstlerische Beleuchtungsaktion "Urban Lights - Lichtwerke im Stadtraum" mit Laserlicht des z. T. schwarz gemalten City-Turms westlich des Rathauses und ein Lichtschwert-Roboter auf dem obersten Parkdeck der Turm-Arkaden.
Organisator und Finanzier der Kunstaktion war die RVR-Tochter => Urbane Künste Ruhr.

Der leerstehende 15stöckige Wohnturm mit 63 Meter Höhe über Straßenniveau als größte Lichtskulptur Europas!

Infos zum Kunstevent gab es im Internet z.B. beim => Bergkamener Infoblog vom 7.10.2013, => vom 15.10.2013 und => vom 18.10.2013 sowie beim => Westfälischen Anzeiger vom 19.10.2013.


Der von der Eigentümerin gestellte Abrissantrag ist von der Stadt Ende Dezember 2013 genehmigt worden. Mit der Einrüstung des Gebäudes hatten im März 2014 die Abbrucharbeiten begonnen. Da der Abriss nur etagenweise von oben erfolgen konnte, haben sich die Arbeiten bis zum Herbst 2014 hingezogen.

Um den Fortschritt der Abrissarbeiten zu dokumentieren fand sich seit dem 10. April 2014 auf der => Homepage der Stadt Bergkamen jeden Tag ein neues aktuelles Foto vom City-Turm, aufgenommen aus der 6. Etage des Rathauses. Auch die Fotos der vorangegangenen Tage sind vorhanden.

City-Hochhaus Bergkamen 2012 City-Hochhaus noch komplett Ende Februar 2014                   Rest-Hochhaus am 12.08.2014 City-Hochhaus am 12. August 2014                   Nicht mehr sichtbarer City-Turms 11/2014 nicht mehr sichtbar, November 2014

Verbliebener Sockel des City-Turms 12/2014
So sah der Sockel des City-Turms von der Südseite am 1. Dezember 2014 aus.
Das mehrstöckige Technikgeschoss und die 15 Stockwerke mit 150 Wohneinheiten sind abgerissen. Das Gerüst ist abgebaut.

Erst im September 2016 ging der Abriss weiter!

Auf Grund einer schweren Erkrankung der Charterhaus-Geschäftsführerin Brigitte van der Jagt-Buitink - sie verstarb Anfang Dezember 2015 - kam eine erhebliche Verzögerung in den Restabriss des Turmsockels sowie in den Umbau und die Neubelegung der Geschäftsflächen.
Von der Eigentümergesellschaft Charterhaus wurde das auf Projektmanagement im Bauwesen spezialisierte Unternehmen Struktur GmbH aus Wuppertal mit der Weiterführung der Umbaupläne beauftragt.

Erst nachdem zusätzlich eine Reihe technischer Probleme (Umlegung von Versorgungsleitungen, insbesondere eine zentrale Fernwärmeleitung, die durch den Sockel liefen) geklärt worden waren, wurde der Abriss nach einer längeren Unterbrechung in der letzten Septemberwoche 2016 fortgesetzt.

City-Hochhaus Bergkamen 27.09.2016 Sockel-Abriss, 27. September 2016                   City-Hochhaus Bergkamen 29.09.2016 29. September 2016                   City-Hochhaus Bergkamen 10.10.2016 10. Oktober 2016                  


Und wie sieht es mit den eigentlichen Turm-Arkaden aus?

In welcher Weise der Umbau und die Neubelegung der leerstehenden Turm-Arkaden erfolgen soll, ist zur Zeit (Oktober 2016) noch unklar.
Die Eigentümerin überlegt offensichtlich, ob sie den Umbau und die Vermarktung der Flächen selbst durchführen will oder den gesamten Komplex an einen neuen Investor verkauft.
Von Seiten der Stadt Bergkamen kann diese Entscheidung nur abgewartet werden. Einen Einfluss hat die Stadt nicht.

Turm-Arkaden Bergkamen 2012 Turm-Arkaden heute


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